10. Leichtes Gepäck - wie Entrümpeln glücklich macht

 

Man sagt, dass ein Umzug die beste Gelegenheit ist zu entrümpeln. Und das stimmt, denn man muss alles, was man hat einzeln in die Hand nehmen und evtl. erst noch in Zeitungspapier einrollen um es danach in einen Karton zu verstauen. Während man diese Kartons packt, kann man sehr gut entscheiden, ob man das wirklich noch braucht, ob es einem noch etwas bedeutet.Oder hat man es nur noch, weil halt der Platz da war?

Nun sind wir nicht umgezogen, aber vor einiger Zeit haben wir unser Haus komplett auf links gedreht nur um zu prüfen, was wir tatsächlich noch brauchen!

 

Die Inspiration dazu kam von der Musikband "Silbermond" mit ihrem Song "Leichtes Gepäck", der gerade auf allen Sendern rauf und runter gespielt wurde. Inhaltlich hat mich dieser Song sehr angesprochen, denn auch ich habe Klamotten in meinem Schrank hängen, die ich kaum oder gar nie trage!

In dieser Komsumwelt in der wir leben ist es der Akt des Kaufens, der uns glücklich macht, aber immer nur kurzfristig. Es entsteht ein unerklärlicher Rausch, wenn wir uns neue Sachen zu eigen machen. Und in den wenigsten Fällen macht uns das "Haben" dieser Sachen wirklich glücklich, nein wir bleiben sogar eher noch in unserer gewohnten Komfortzone und ignorieren das Neuerworbene!  

 

Wir wollten scheibchenweise die Etagen des Hauses entrümpeln, ganz in Ruhe, Zimmer für Zimmer. Dabei wurde aussortiert, was in den Müll konnte und was nur wir nicht mehr haben wollten, das kam auf den Stapel für den Flohmarkt. Wir haben uns erhofft, dass auch wir ein Gefühl der Leichtigkeit erfahren, wenn wir damit fertig sind!

Man muss sich bewusst sein, dass es völlig egal ist, wo man anfängt. Der Anfang ist am schwersten, also nicht überlegen, Entscheidung treffen und Attacke!  Wir haben dann auch einfach in der Mitte im Wohnzimmer angefangen und waren erstaunt, wieviel wir nach Durchsicht der ersten 3 Meter der Wohnzimmerschränke schon aussortiert hatten! Der Wahnsinn! Und auch da wurde es wieder bestätigt, vieles wurde nur gebunkert, weil der Platz da ist! Nicht weil Erinnerungen dran hängen oder es täglich genutzt wird, nein einfach nur, weil im Schrank noch Platz war und dann die Tür zugemacht wurde und fertig! 

 

Das ganze Haus zu entrümpeln hat ein paar Wochen gedauert, aber ehrlich gesagt, hat es richtig Spaß gemacht!  Wir haben uns keinen Stress gemacht, sonder sind besonnen Zimmer für Zimmer vorwärts gegangen. Gestört hat uns nur der Riesenberg für den Flohmarkt. Der lag einige Zeit im Wohnzimmer, weil keiner ihn wegräumen wollte - wohin auch, die Sachen hatten keinen Platz mehr bei uns! 

 

Allerdings habe ich auch eine sehr schöne Erinnerung an einen unerwarteten Fund im Keller! Die Vorbesitzer des Hauses hatten im Gästezimmer Parkett gelegt. Und von diesem Parkett war noch ein Paket über, welches wir bei dieser Aufräumaktion gefunden haben. Traumhaft schönes Eichenparkett, das seit Jahren ungenutzt im Keller lag! Da es aber nur rund 1,5 qm waren, wir die Dielen aber viel zu schön um weg zu tun fanden, haben wir damit den Aufgang zum Dachboden renoviert. Im gleichen Atemzug habe ich die Wände und die Treppe zum Dachboden einen neuen Anstrich verpasst - von grau-häßlich zu sommerlich-schön!

 

Was hat es uns im Endeffekt gebracht? Der Flohmarkt-Verkauf war ein voller Erfolg und wir konnten unsere Urlaubskasse gut auffüllen! Aber was hat es seelisch mit uns gemacht? Wir hatten auf jeden Fall jede Menge Spaß! Und es hat hat uns ganz deutlich vor Augen geführt, dass wir längst nicht soviel brauchen, wie wir haben. Im Gegenteil, weniger macht glücklich, denn weniger haben bedeutet auch weniger Pflege, weniger Verantwortung um alles halten zu können.

Das Haus ist zwar entrümpelt, aber ganz fertig sind wir noch nicht mit unserem "Leichten Gepäck"! ich freu mich drauf! 

 

Je weniger du besitzt, desto größer wird deine Welt

 

 

23.08.2017


9. Vorfreude

Kennt Ihr das, dieses Kribbeln? Dieses Kribbeln im Bauch und in den Schultern und in den Händen, wenn man sich so richtig auf etwas freut? Das kennt Ihr bestimmt auch! Erst ist es nur ganz leicht, aber je mehr Zeit vergeht, je näher "es" rückt, desto stärker wird das Kribbeln!

 

Vorfreude gibt es immer und überall und es heißt nicht umsonst "Vorfreude ist die schönste Freude!" Zum Beispiel vor den Urlaub, vor dem Treffen einer/s alten Freundes/in, bevor man das neue Auto abholt, wenn man sich endlich das Hochzeitskleid aussuchen darf, oder, oder, oder...

 

Oder auch bei etwas viel Kleinerem. Die Vorfreude, wenn man vor einem leeren Blatt Papier sitzt und einem schon so lange dieses eine Bild im Kopf herumschwirrt und endlich ist die Zeit und der richtige Flow da um so richtig in dieses Bild einzusteigen, man kann sich fallen lassen und sich ganz von der Inspiration leiten lassen! Oder wenn man ein niegelnagelneues Skizzenbuch in der Hand hält Noch gibt es nur die weißen Blätter, die nur darauf warten mit kreativen Ergüssen gefüllt zu werden, jede einzelne Zeichnung erzählt eine eigene Geschichte.

 

Wir waren neulich auf unserem alljährlichen Sommerflohmarkt. Und wir waren fast schon am Ende, als ich dieses Buch liegen sah. Ein silbrig schimmernder Einband, ein Lederband herum geschlungen, viele weiße Seiten innen. Und ich strich mit meinen Fingern über diese Seiten, und ich wusste, ich muss dieses Buch haben! In dem Moment, als ich es in der Hand hielt, packte mich schon diese unbändige Vorfreude auf all diese wundervollen Mal-Momente, die ich mit diesem Buch erleben würde!

 

Ein leeres Blatt oder Buch bietet uns alle Möglichkeiten, es ist ein Versprechen an uns selbst, das Beste aus uns herauszuholen, das schönste Bild zu malen, Neues auszuprobieren, dieses Buch nur mit schönen Ideen und Erinnerungen zu füllen. Ein Blankoblatt bedeutet, dass noch nichts entschieden ist, Du kannst frei wählen, es stehen Dir alle Möglichkeiten offen, horch in Dich hinein und mache genau das, wo Du Lust zu hast! Lass Dich nicht ablenken, das ist Deine Bühne, fülle sie mit Deinen Ideen, trau Dich, geh nach vorn, im freien Galopp über das neue Papier!

 

Dieses Gefühl kriege ich praktisch immer, wenn ich in einem Schreibwarenladen bin. Das war schon als Kind so, und das ist immer noch so! Neue Stifte, unbeschriebene Hefte, leere Blöcke, Radiergummis, Fineliner, Papier in jeglicher Form üben eine unbeschreibliche Faszination auf mich aus. Was man damit alles machen kann! Soviele Ideen im Kopf und hier bieten sich endlose Möglichkeiten, diese festzuhalten! 

 

Dabei fällt mir meine liebe Freundin Anke Pietrowski ein. Sie ist eine wunderbare Künstlerin und macht u.a. traumhaft schöne Sachen aus Treibholz. Neulich, am Ende eines Telefonats sagte sie zu mir, so, ich geh dann jetzt wieder Ideen scheißen! Ich musste so lachen, was für ein herrlicher Begriff für ungezwungenes Kreativsein! Und genau darauf sollte sich jeder freuen, diese Vorfreude in sich spüren und kreative Ideen scheißen! Das ist es doch, was ein weißes Blatt oder ein unbeschriebenes Skizzenbuch mit einem machen

 

Als nächstes werde ich mir mein neu erworbenes Skizzenbüchlein vornehmen und es füllen! Ich freue mich schon auf die Zeit, die es mich begleiten wird! Ich bin so gespannt!

Dabei fällt mir ein, dass ich noch nicht mit meinem Büchlein anfangen kann... Erst die Holzschilder zu Ende machen. Und dann freue ich mich schon solange auf meine "Spitz"-Reihe, und die Collagen, die sind auch noch geplant. Das sind alles Ideen, auf die ich mich auch schon seit Längerem freue. Aber dann ist das Büchlein dran! Und meine Vorfreude ist riesig! Hach, vielleicht mache ich zwischendurch die eine oder andere Zeichnung in das Büchlein, vielleicht finden das die andere Projekte gar nicht so schlimm!

 

Vorfreude ist die schönste Freude!

 

 

14.07.2017


8. Pinguine schubsen

 

Es gibt so viele Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene, die sich nicht trauen, zu malen, zu zeichnen oder in einer anderen Form kreativ zu sein! Und warum? Weil sie der Meinung sind,, sie könnten das nicht, oder sie wären nicht gut genug oder es wäre zu schwierig. 

 

In meinem Kreativkurs möchte ich Euch davon überzeugen, dass jeder kreativ sein kann! Vielleicht braucht es ein wenig Unterstützung, vielleicht ein kleiner Wink in die richtige Richtung, vielleicht auch nur ein kleiner Schubser.

Ich bin nicht nur ein Kreativchoach, sondern auch ein Pinguinschubser! Wie genau passen jetzt kreativ sein und Pinguine schubsen zusammen? 

 

Stellt Euch einen Pinguin an Land vor. Ein großes Tier mit einem klobigen Körper, mit krummen Füßen und mit Flügeln, die nichts taugen. Man könnte Mitleid mit ihm bekommen, so unbeholfen, wie er sich an Land bewegt. Aber dann taucht derselbe Pinguin vom Ufer ins Wasser! Und urplötzlich wird aus einem schwerfälligen Tölpel ein eleganter Schwimmer, ein gerissener Jäger! An Land unbeholfen, im Wasser meisterhaft!

 

Und was können wir daraus schließen? Nicht der Pinguin ist falsch, sondern das Element, in dem er sich befindet!  Und genau das Gleiche trifft auf diejenigen zu, die sich zurück halten in ihrer Kreativität, aus Angst, nicht gut genug zu sein. Ich bin ganz fest davon überzeugt, dass jeder kreativ sein kann, jeder auf die für ihn richtige Art! Wenn jemand keinen geraden Strich mit einem Bleistift ziehen kann, na und? Dafür kann er möglicherweise  zauberhafte Doodles erstellen! Wie können gemeinsam für jeden Einzelnen das richtige Element finden. Denn nicht Ihr seid falsch, möglicherweise habe Ihr nur noch nicht die richtige Technik oder das richtige Material entdeckt!

 

Und deshalb traut Euch Altes los zulassen und mit Neuem zu beginnen! Es lohnt sich! Ihr werdet sehen und verstehen, wie viel Kreativität tatsächlich in Euch steckt! Und Ihr werdet begeistert sein, wie viel Potenzial Ihr habt!

Manchmal brauchen Pinguine nur einen kleinen Schubser in das richtige Element...

 

An dieser Stelle geht mein persönlicher großer Dank an Dr. Eckhardt von Hirschhausen, denn mit dieser Erkenntnis wurde mir einiges klarer und vieles leichter!

 

 

Nicht weil es schwer ist wagen wir es nicht

sondern weil wir es nicht wagen ist es schwer!

 

 

11.06.2017


7. Die eigenen Werte

 

Sei Dir immer Deines eigenes Wertes bewusst! Und lass Dir das von niemandem kaputt machen!

 

Wir alle haben unsere Unsicherheiten. Das ist ganz normal, so sind wir Menschen nun mal! In den verschiedensten Bereichen, verursacht von den verschiedensten Menschen oder Umstände. So unterschiedlich die Menschen auch sind, wir alle werden früher oder später von jemand anderen schlecht behandelt, so dass wir an uns selber zweifeln, so dass wir glauben, wir hätten es nicht besser verdient, so dass wir tatsächlich glauben, wir wüssten nichts und könnten nichts! 

 

Dennoch sollten wir uns immer bewusst sein und auch immer wieder machen, wer wir sind und was wir können! 

 

Stell Dir vor, jemand verliert seine Arbeit, obwohl er nichts falsch gemacht hat! Möglicherweise hat die Firma bei der Einstellung einen Fehler gemacht, oder der Firma geht es so schlecht, dass - wie das häufig ist- Menschen entlassen werden. Und das obwohl gerade die Fleißbienchen das größte Kapital jeder Firma sind! 

Der Einzige, der sich schlecht fühlt ist der Entlassene! Völlig nachvollziehbar! Und dennoch sollte gerade dieser sich in dieser Zeit ganz intensiv mit seinen Stärken befassen. Denn gerade diese Stärken sind es, die einen Menschen ausmachen! Die die vage Erklärung in der Kündigung "aus betrieblichen Gründen"!

Es ist alles andere als leicht, sich in einer Krise mit seinen eigenen Stärken zu befassen, aber es ist ganz wichtig, sich in dieser Zeit nicht herunterziehen zu lassen! Wahrscheinlich sind wir selbst erstaunt, welche großartigen Fähigkeiten in uns stecken! Der eine kann erstklassig mit Zahlen jonglieren, der nächste ist ein wunderbarer Zuhörer, der Dritte ist musikalisch, der Vierte hat ein riesengroßes Herz und vielleicht ist ein anderer ein richtiges Sprachgenie!

 

Auch privat gibt es immer wieder Situationen, in denen man an sich zweifelt. Wahrscheinlich hat auch das schon jeder von Euch erlebt, dass eine Beziehung in die Brüche geht. Der eine mag erleichtert sein, der andere am Boden zerstört. Als Erstes braucht man an dieser Stelle Zeit um seine Wunden zu lecken. Diese Zeit sollte man sich absolut nehmen! Nur nicht darin versinken und daran festhalten.

 

Wenn Dir jemand anderes Leid zugefügt hat, dann nimm Dir die Zeit um Körper und Seele wieder ins Gleichgewicht kommen zu lassen. Und dann schau nach vorn! Sag Dir ganz deutlich wer Du bist und was Du kannst! Nein, der innere Kritiker ist jetzt mal still! Du konzentrierst Dich nur auf das, was Du kannst und lasse keinen Vergleich zu anderen zu, nur Du zählst jetzt!

Schmiede neue Pläne für die Zukunft, die ist zum Greifen nah! Lass nicht zu, dass andere Menschen so viel schlechten Einfluss auf Dein einzigartiges Leben haben, es ist Dein leben! Sei Dir immer Deines Wertes bewusst!

 

Auch ich habe eine solche Zeit durchgemacht, in der ich mich schlecht und minderwertig fühlte. Und das, obwohl ich mir absolut bewusst war, dass ich unfair behandelt worden bin, aber dennoch hat mein Selbstbewusstsein gelitten.

Zufälligerweise fand in dieser Zeit ein Rhetorikseminar statt, dass ich schon lange vorher gebucht hatte, ohne zu ahnen, dass ih es in der Zeit so gut gebrauchen konnte! An dieser Stelle herzlichen Dank an Axel Bürger aus Lemgo (http://www.kreativetiefe.de). Das Seminar war gut, die Inhalte schlüssig. Nicht alles konnte ich auf mich beziehen und anwenden, aber es waren einige Eckpunkte dabei, die mir geholfen haben, mir meines eigenen Wertes bewusst zu werden! Wer bin ich und was kann ich? Dabei habe ich auch gelernt, dass ich nicht alles können muss! Ich bin in meinen Teilbereichen gut und andere Teilbereiche sind für mich einfach nicht bestimmt! Es hat mich viel stärker gemacht, genau zu wissen, was ich kann!

 

Wenn es draußen stürmt suchen viele Menschen Schutz.

Andere gehen raus und bauen Windmühlen!

 

 

01.06.2017

 


6. Bei schlechter Laune,

   erstmal Lippenstift!

Klingt komisch, ist aber so! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Lippenstift hilft, wenn man sich in einem Dipje befindet. Das Wort Dipje kommt aus dem Holländischen und heißt soviel wie Kleine-Schlechte-Laune-Phase oder Ich-Fühl-Mich-Gerade-Echt-Bäh.

 

Jeder kennt das. Jeder kennt dieses Gefühl, sich nicht aufraffen zu können oder zu wollen, nicht in die Gänge kommen, lustlos und antriebslos zu sein. Und dann kann ein bisschen Farbe echt Wunder wirken!

 

Festgestellt habe ich dieses Phänomen, in der Zeit, als ich noch an beiden Wochenendtagen auf Tralafitti gehen musste! Nur hat man Freitags gerade die ganze Arbeitswoche und Samstag die Weil-doch-sehr-lustige-darum-lange-Freitagnacht hinter sich. Da habe ich manchmal so lustlos vor mich hingetrödelt, aber sobald der Lippenstift saß, bin ich aufgeblüht! Da fand ich mich selber plötzlich jung, wild und unwiderstehlich!

Aber nicht nur an den Wochenenden, auch im ganz normalen Alltag hilft es ungemein, sich ein wenig Mühe mit dem Äußeren zu geben! Nein, ich meine nicht, dass man einem Schönheitsideal nacheifern sollte, aber ich bin fest davon überzeugt, dass kleine Hilfen das Selbstbewusstsein stärken und es möglich machen mit erhobenem Haupt durch Leben zu gehen. Bei den meisten, die sich das eine oder andere nicht trauen, fehlt nur ein kleiner Schubs in die richtige Richtung! Ein Quäntchen Mut, den ersten, kleinen aber meistens schwersten Schritt zu tun.

 

Und genau dabei kann einem der Lippenstift helfen! Denn der Lippenstift symbolisiert weibliche Stärke, er signalisiert ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein und Unabhängigkeit. Es ist nur ein wenig Farbe im Gesicht. Man muss etwas Zeit investieren um die richtige Farbe für den eigenen Teint zu finden, passend zum Gesicht. Aber vielleicht erschien genau dieses Gesicht vorher unsicher und introvertiert. Und nach dem Auftragen des Lippenstiftes blüht dieses Gesicht auf! 

Der Rücken wird gerade, die Schultern gestrafft, das Kinn hoch und ein wunderschönes Lächeln breitet sich in diesem Gesicht aus! Und schon kann man es mit der Welt da draussen aufnehmen!

 

Seid mutig und lasst mehr Farbe in Eurem Leben zu! Mut und Offenheit öffnen Euch jede Tür!

 

       p.s.Wusstet Ihr, dass Frauen in ihrem Leben im Schnitt 12 Lippenstifte essen?

 

 

02.03.2017

 


5. Fehler zugeben

Als Kind habe ich Sprüche gesammelt. Sprüche oder Witze oder Bemerkungen von Mitschülern, die ich lustig fand. Und alles, was ich gut fand, wurde in mein kleines grünes Buch geschrieben. Dazu habe ich etwas gemalt oder eingeklebt, und so entstand ein buntes Sammelsurium, in dem ich heute noch gern blättere. 

Ein Spruch, den ich mir aufgeschrieben habe, war: "Fehler sind verzeihlicher als die Mittel mit denen man sie vertuscht." Noch einmal lesen und auf der Zunge zergehen lassen. Fehler sind verzeihlicher als die Mittel, mit denen man sie vertuscht. Als Kind konnte ich da nicht so viel mit anfangen und trotzdem habe ich ihn mir gemerkt. Erst im Laufe der Jahre, in denen man erwachsen wird und in denen man Fehler macht, erkennt man den Wert dieses Spruches. 

 

Jeder kennt dieses entsetzliche Gefühl, wenn man merkt, dass man einen Fehler gemacht hat. Keiner macht ihn mit Absicht. Und dennoch beschuldigt man andere zu Unrecht oder verletzt jemanden oder hat Geld verschwendet oder unnötig Zeit verbraucht oder etwas genommen oder gelogen. Diese schleichende Erkenntnis, dass es nicht richtig war, oder schlagartig, wenn man von jemand anderen darauf hingewiesen wird. Und dann der brennende Wunsch sofort in den Boden versinken zu wollen. Vielleicht ist es nicht jedes Mal so dramatisch, aber dennoch bleibt das ungute Gefühl, das wurmt, das an einen nagt. 

 

Die einfachste Lösung: diesen Fehler zugeben! Man sollte zu dem Menschen, den man verletzt hat schlicht sagen, dass es einem Leid tut und dass man einen Fehler gemacht hat. Ja, das kostet Überwindung. Das kostet Mut! Aber genau das zeugt von Charakter, es zeigt, dass man Rückgrat hat, dass man ein ehrlicher Mensch ist! Möglicherweise reagiert der andere nicht sofort mit einer Umarmung oder mit einem Lächeln, das zeigt, dass alles wieder gut ist. Gebt ihm die Zeit, um Euch zu verzeihen. Das können ein paar Minuten sein, das könnte aber auch länger dauern. Manch einer muss erst eine Nacht darüber schlafen. Auf jeden Fall wird sich eine ehrliche Entschuldigung bei jedem einprägen!

 

Leider gibt es heutzutage viel zu wenig ehrliche Menschen mit diesem Charakterzug. Man versteckt sich lieber hinter Ausflüchten oder meidet den Kontakt und wartet darauf, dass Grass über die Sache gewachsen ist. Oder es wird gelogen, wenn das Gespräch direkt auf den Fehler gebracht wird. Lügen machen Vertrauen kaputt, selbst wenn es sich nur um eine Kleinigkeit handelt. Vielleicht ist es nur eine Kleinigkeit, die eine Schwäche offenbaren würde. Vertrauen geht verloren und der Stachel bleibt stecken. Wer sich entschuldigt wird diesen Stachel ziehen und auch gleich eine neue Beziehungsbasis schaffen. Leider verliert die Entschuldigung an Wert, wenn schon mehrere Lügen vorab gegangen sind. Und genau dann wird der eigentlich begangene Fehler kleiner, als das Vertuschen - in welcher Form auch immer!

Nein, das Beste ist immer noch, tief Luft zu holen, Rücken gerade, Schultern runter und direkt drauf zu! Selbst dann, wenn einem der andere nicht verzeihen kann, oder derjenige immer wieder auf dieser Geschichte herumtrampelt, selbst dann ist das Zugeben eines Fehlers der richtige Weg! Auch weil man dann mit sich selbst im Reinen ist. Nach einer ehrlichen Entschuldigung kann man auch sich selbst verzeihen. Und außerdem darf man stolz auf sich selbst sein, dass man den Mut hatte, nichts zu vertuschen, sondern zu seinem fehlerhaften Menschsein zu stehen!

Mit der Fähigkeit zu seinen Fehlern zu stehen werden Beziehungen gestärkt, der Partner bekommt mehr Vertrauen und kann sich im Gegenzug auch schwach aufstellen, wenn ihm ein Fehler passiert. Die blöde Kollegin (ja, das erfordert besonders viel Mut!) kann gar nicht anders, als Respekt zu zollen, auch wenn sie es möglicherweise nicht zugeben würde. Und es ist eine ungeheuere Stärkung für das eigene Selbstbewusstsein. 

Auch wenn man immer wieder auf Menschen trifft, die nicht zu ihren Fehlern stehen können oder wollen, bleibt immer Euch selber treu, bleibt ehrlich, lasst Euch nie auf das Niveau dieser Menschen herab! Jeder, auch auch wirklich jeder Mensch macht Fehler, aber Charakter und Anstand zeigen sich im Umgang mit diesen Fehlern!

Fehler sind verzeihlicher als die Mittel, mit denen man sie vertuscht!

 

 07.02.2017

 


4. Der Punkt

Schau Dir das Bild an. Schau es Dir genau an und dann beschreib, was Du siehst. Ja, das habe ich mir gedacht! Ein schwarzer Punkt auf einem weißen Zettel! Nur das Kleinste wird wahrgenommen, springt einem ins Auge und wird benannt. An dieser Stelle möchte ich auf meinen letzten Blog-Beitrag verweisen, in dem es um das Goody-Glas ging. Auch wenn einem das Schwarze im Gedächtnis bleibt, ist längst nicht alles schwarz.

 

Warum sehen wir nicht, was viel mehr vorhanden ist, die weiße Fläche, das Helle, das Gute? Nur von einem kleinen unscheinbaren Punkt unterbrochen! Diese einfache, simple Darstellung sagt soviel aus! Warum lassen wir unser Leben so häufig bestimmen von den negativen Seiten, ja gar lähmen, dass wir bald schon gar nicht mehr erkennen, wie viel Gutes und Schönes uns jeden Tag umgibt? Dabei sollten wir doch alle wunderbaren Kleinigkeiten dieser Welt beachten und sie schätzen. Denn es gibt so viele davon! 

Der Punkt ist, dass die meisten eine verschrobene Wahrnehmung haben. Und es lohnt sich wirklich, den eigenen Focus ein wenig zu korrigieren. Das heißt noch lange nicht, dass alles toll ist, aber das, was uns Freude bringt, sollte viel mehr gewichtet werden, ja sollte fast zelebriert werden!

 

An dieser Stelle möchte ich Euch eine Geschichte erzählen, die mich schockiert hat. Eine Bekannte erzählte mir neulich, dass sie etwas ganz Gruseliges erlebt hatte. Sie hätte immer noch Albträume und bekäme die schrecklichen Bilder nicht mehr aus dem Kopf. Es ging ihr wirklich nahe, und sie sah auch sehr mitgenommen aus. Was war passiert? Kurz nach Weihnachten war sie mit ihrer Familie in einem Restaurant essen gewesen. Der Parkplatz lag nahe an einem Bahngleis. Als sie das Lokal verlassen wollten, hatte kurz vorher sich jemand genau an dieser Stelle das Leben genommen. Allein das ist schon schrecklich. Es kam noch schlimmer. Sie wollte zum Auto gehen und sah das, was kein Mensch sehen will, was einen traumatisieren kann, es lagen erkennbar Körperteile in der Nähe des Autos. Der Notarztwagen war schon da, es war aber noch keine Absperrung errichtet. Ich kann verstehen, dass solch ein Anblick jemanden fertig machen kann!

 

Was mich aber anschließend richtig schockiert hat, war ihre Aussage zu diesem Menschen. "So ein Arschloch. Warum muss der sich ausgerechnet hier umbringen?" Wie kann man jemanden Arschloch nennen, der gerade eben noch völlig verzweifelt war, der sein Leben nicht mehr als lebenswert empfindet, der möglicherweise sterbenskrank ist und keinen anderen Ausweg mehr sieht, der vielleicht einsam ist, der vielleicht niemanden hat, mit dem er seine Verzweiflung teilen kann? Wie kann man so jemanden ein Arschloch nennen?

Sie wacht jeden Morgen mit ihrem Mann an ihrer Seite auf, ist gesund, hat eine Arbeit, ist bildschön und kann wieder und wieder in ein Restaurant gehen und kulinarische Köstlichkeiten genießen, das Leben genießen! Nichts von dem, was uns Freude macht, wird dieser eine Mensch je wieder auf dieser Erde verspüren.

 

Noch mal, ich kann es verstehen, dass die Bilder schrecklich sein müssen, aber wie schrecklich muss das Leid dieses einzelnen Menschen gewesen sein?

 

Achtet nicht zu sehr auf die schwarzen Punkte in Eurem Leben, schenkt den weißen, strahlenden Flächen mehr Aufmerksamkeit, malt sie bunt an, füllt sie mit Leben!

 

26.01.2017

 

 


3. Unser Goody-Glas

An Sylvester haben wir unser Goody-Glas aufgemacht. Jetzt fragen sich wahrscheinlich die meisten, was ist das, ein Goody-Glas? Es hat weniger etwas mit kreativ sein zu tun (wenn dann nur im entferntesten Sinne), als mehr mit unserer eigene Wahrnehmung.

Denn wenn wir jetzt auf das vergangene Jahr zurück blicken, was sagt Ihr, war es ein gutes oder ein schlechtes Jahr? Was ist überwiegend hängen geblieben, woran erinnert Ihr Euch sofort und was muss erst aus den tiefen Schubladen des Gehirns ausgegraben werden?

Genau. Es bleibt bei den meisten wahrscheinlich das Schlechte im Bewusstsein. Und genau um dem entgegen zu wirken haben wir ein Goody-Glas!!

Es ist einfach ein großes Glas mit Deckel, es kann aber auch eine Spardose sein, wir haben ein Glas genommen, in dem vorher Oliven drin waren, ich fand die Form so schön!

So. Nun haben wir im vergangenen Jahr immer dann, wenn uns etwas Gutes widerfahren ist, wir uns besonders gefreut haben oder etwas anderes Gutes passiert ist, dieses auf einen kleinen Zettel geschrieben, diesen Zettel gefaltet und ihn ins Goody-Glas getan! 

Und am Jahresende haben wir abwechselnd jeden Zettel einzeln und mit Trommelwirbel wie aus einer Lostrommel gezogen und vorgelesen! Es wurde jeder einzelne Zettel zelebriert!

 

 Das Goody-Glas hat sein Ziel erreicht! Wir wurden gezielt daran erinnert, dass definitiv nicht alles blöd war im letzten Jahr. Es gab viele Momente, die es wert sind, im Gedächtnis zu bleiben! Denkt drüber nach, ob Ihr Euch nicht auch ein Goody-Glas zulegen möchtet. Viel zu sehr lähmen einen die negativen Sachen und bleiben die Impulse der positiven Sachen unbeachtet.

 

Ich werde alle unsere Zettel aus dem letzten Jahr aufheben. Und in 2017 wird das jetzt leere Goody-Glas wieder gefüllt! Hoffentlich kommen noch mehr Zettel zusammen! 

 

In diesem Sinne wünsche ich allen ein Frohes Neues Jahr und ganz viele gute Momente!

 

Eure Sandra

 

p.s. natürlich kann auch so ein Goody-Glas kreativ bemalt werden! Entweder bemalt Ihr es ganz zu Anfang komplett mit schönen Motiven, oder Ihr malt mit jedem Zettel, den Ihr hineintut eine neue Figur oder einen neuen Schnörkel auf das Glas! Viele Spaß mit vielen guten Erinnerungen!

 

 

03.01.2017

 


2. Prioritäten setzen

Kreativität braucht Raum und Zeit. Sie lässt sich nicht einfach zwischen zwei Terminen quetschen. Und die Wellen der Kreativität überschwemmen uns leider auch nicht immer dann, wenn ich mal gerade Zeit habe! Und dann, wenn ich Zeit habe, fehlen mir die Ideen und der Ansporn...

Das kommt Dir bekannt vor? 

 

Wir in unserem hektischen Alltag vergessen häufig unsere eigenen Prioritäten zu setzen. Da muss man schon einen Termin mit sich selbst machen, damit Zeit für die Pflege des eigenen Ichs da ist!

 

In diesem Fall hilft es, ein paar Minuten inne zu halten. Für ein paar Minuten ausblenden, was da draussen los ist, was angeblich Wichtiges erledigt werden muss und was einen im negativen Sinn fesselt.

 

Und nun stell Dir folgende Frage: Was würdest ich jetzt genau in diesem Moment gern machen, wenn ich ganz alleine auf der Welt wäre? Nimm Dir die Zeit, diese Frage zu beantworten, denn sie ist der Schlüssel zu dem, was Du gerade wirklich willst! Wenn niemand irgendetwas von Dir verlangt oder Du meinst für jemand anderen da sein zu müssen, wenn dieses nicht der Fall ist, dann höre auf Deine innere Stimme! Hör ihr zu! Schließe dabei die Augen und entspanne Deine Schultern. Dieser Moment ist so wichtig! Er gehört nur Dir und Deiner inneren Stimme!

So, und jetzt sei ehrlich zu Dir. Höre Deiner eigenen inneren Stimme ehrlich zu. Und dann machst Du genau das, was Dir eben eingefallen ist! Die Welt geht nicht unter, wenn Du nicht immer perfekt funktionierst, womöglich auch nur für andere! Sie dreht sich weiter, auch mal eine Runde ohne Dich!

 

Und wenn Du diese Übung ein paar Mal gemacht hast, wirst Du sehen, dass es einfacher wird, wie gut es tut und wie wichtig es ist, die Prioritäten festzulegen! Indem Du Dir eigenen Zeitinseln schaffst, kreierst Du Dir Raum für Deine eigene Kreativität!

 

Zeitinseln schaffen ist nicht einfach und es muss regelmäßig wiederholt werden. Dann wird es mit der Zeit immer einfacher, weil andere Dinge, die ehemals so wichtig waren und Dich vom Kreativsein abgehalten haben, jetzt in den Hintergrund gerückt sind!

 

Und? Ist doch gar nicht schlimm, auf sich selbst zu hören, sich selbst Raum zu schaffen! Das bedeutet nicht, dass Du jetzt Dein Leben komplett umkrempeln und den Egoisten aushängen lassen sollst, denn der Kreative ist von Natur aus ein sorgsamer Mensch, aber es bedeutet Dich selbst AUCH als wichtig einzustufen!

 

Nur wenn Du gut zu Dir selbst bist, kannst Du auch gut für andere sein. Schaff Dir Raum und Zeit. Und tanke Kraft durch das Glücksgefühl, das das Malen auslöst!

Setze Deine Prioritäten neu und Du wirst sehen, wie Du strahlst und Dein Herz dabei hüpft!

 

 

 18.11.2016

 


1. Es war einmal...

ein kleines Mädchen, das früher malen als dass es ihren Namen schreiben konnte. Völlig unbedarft malte sie alles, was ihr gefiel und fand glücklicherweise immer Lob in den Worten Ihrer Mutter. Diese Zeit hatte etwas Unbeschwertes und Leichtes an sich, das man leider heutzutage nicht mehr so häufig spürt. Immer weiter, immer mehr, immer voller Selbstvertrauen malte das kleine Mädchen.

Na klar, dieses kleine Mädchen war ich! 

 

Ich wurde älter, meine Bilder änderten sich, aber meine Kreativität blieb mir zum Glück erhalten! Ob während des Abiturs oder in der Ausbildung,, ich habe mir immer die Zeit genommen zu malen! Durch andere Interessen wurde die Intensität zwar weniger, aber dennoch blieb das Malen immer ein wichtiger Bestandteil meines Lebens!

 

Dann kam die Zeit, in der ich merklich weniger malte. Du kennst das bestimmt. Durch Familie und Beruf zur Seite gedrängt verzieht sich die Kreativität beleidigt in eine Ecke und schmollt! Sie verlangt nach Freiraum, will eigene Aufmerksamkeit...

 

Vor ca. drei Jahren habe ich für mich ganz bewusst den Entschluss gefasst, ich möchte dahin wieder zurück! Es fehlte mir definitiv etwas, also Attacke! Ich wollte wieder dieses Kribbeln spüren, dieses Kribbeln, wenn ein Bild langsam aber sicher Formen annimmt, wenn es wächst, wenn es entsteht. Ich wollte die Selbstbestätigung spüren, dass ich es noch kann!

 

Wie schön wäre es, dieses unbeschwerte Gefühl von früher wieder in die heutige Zeit zu transportieren? Dieses grenzenlose Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, die eigene Fantasie, die alle "Fehler" weggezaubert hat, dieses Gefühl der Sicherheit.

 

Ich bin mittlerweile wieder ganz bei mir angekommen! Ich habe einige Sachen ausprobiert, die einen sind sehr gut geworden, andere wiederum gar nicht. Und wenn es nichts wurde, habe ich mir ehrlich gesagt, das macht mich nicht glücklich, also warum darauf herum reiten? Warum mich zwingen etwas können zu müssen? Nein, nichts müssen! 

Sei ehrlich zu Dir selbst und investiere in Dich, in Dein eigenes Leben, in das, was Dich glücklich macht! Frage Deine Nächsten nach einem ehrlichen Feedback. Dann freue Dich oder lerne daraus, aber lass Dich nie verunsichern und erst recht nicht aufhalten! Geh Deinen eigenen Weg!

 

Als Kind habe ich nicht viel nachgedacht beim Malen. Genauso sollten wir heute auch unserer Kreativität mehr Imperfektionismus zugestehen! Damit wir unserem eigenen Glücksgefühl wieder Flügel verleihen!  

  

Es gibt nichts Schöneres als sich komplett in dem zu verlieren, das glücklich macht! 

 

05.11.2016